Stocherkahnfahren. – Eine Tübinger
Spezialität.
Der
Stocherkahn gehört zu Tübingen wie der Hölderlinturm an die Neckarfront. Auf
dem sechzehn Meter langen, schmalen Holzboot sitzt man sich zu mehreren gegenüber
(max. 16 Pers.), lehnt sich entspannt zurück, „schwätzt“ miteinander und
genießt die bedächtige Fahrt durch das üppige Ufergrün entlang der Neckarfront
und rund um die Neckarinsel. Früher war Stocherkahnfahren ein Privileg der
Studentenverbindungen, heute haben alle Gäste und alle Tübinger die Möglichkeit
– und nutzen sie rege. Denn die ruhig dahingleitenden Stocherkähne vor
romantischer Kulisse gehören zu den schönsten (Erinnerungs-)bildern von
Tübingen. Stocherkahnfahren ist immer noch ein touristisches „Alleinstellungsmerkmal“,
das Tübingen neben der Altstadt anziehend und unvergesslich macht.
Der Verkehrsverein Tübingen
bietet seinen Gästen neben klassischen Stocherkahnfahrten auch Specials an.
Brautpaare können alleine oder mit Ihren Trauzeugen in einen wundervoll
hochzeitlich geschmückten Stocherkahn einsteigen und eine Hochzeitsfahrt
genießen. Venedig könnte nicht schöner sein. Poetisch wird die Fahrt mit einem
literarisch kundigen Stadtführer. Von Hölderlin, Mörike, Uhland, Schwab und
Hauff wird dieser während der Neckarinselumrundung erzählen, um nur einige der
schwäbischen Dichter und Denker zu nennen, die in Tübingen weilten. Etwas für
Genießer ist die Fahrt,bei der sich
der der Kahn in ein schwimmendes Gourmet-Restaurant verwandelt. Während die
bezaubernde Neckarfront vorbeizieht, genießen die Passagiere gut gekühlten Sekt
und auserlesene Köstlichkeiten, die auf einem fein gedeckten „Tisch“ arrangiert
werden. Informationen und Buchungen über den Verkehrsverein Tübingen.
Das Stocherkahnrennen – Die heiße Schlacht der langen Kähne
Nur einmal im Jahr
verwandelt sich dieses besinnliche Bild in sein krasses Gegenteil. Mitte Juni
drängeln sich dann über vierzig Kähne mit je acht Personen besetzt dicht an
dicht, um auf den Startschuss zu warten. Das Rennen beginnt, und damit eines
der lustigsten und wildesten Spektakel im Tübinger Veranstaltungskalender. Denn bis zum
Zieleinlauf sind einige Hindernisse und Schikanen zu überwinden, die seit
Beginn des Rennens im Jahr 1956 zu den unumstößlichen Regeln gehören. Da ist
das „Nadelöhr“, die heikle Engstelle unter der Neckarbrücke, die alle Kähne
unter dem Gejohle Tausender sensationslustiger Zuschauer als Achterschleife
passieren müssen. Hier kommt es zu den mit freudiger Spannung erwarteten
Stauungen und Kollisionen. Stocherstangen krachen aufeinander, unentwirrbare
Bootsknäuele entstehen, die Besatzung paddelt mit bloßen Armen wie um ihr
Leben, während andere bereits wasserschöpfend den Kahn vor dem endgültigen
Absaufen zu retten versuchen. „Die Stange bleibt am Mann!“ heisst die Devise,
obwohl seit vielen Jahren auch starke Frauen mitstochern. Es wird geschrien,
gekämpft und gelacht. Versenkt!
Der Wanderpokal
für den Sieger und das Fass Bier aus dem Etat des städtischen Kulturamtes
scheint in unerreichbare Ferne zu rücken. Das ist der Moment, in dem auch die
Gladiatoren-, Ureinwohner-, Schlumpf- oder Nikolauskostüme der
Stocherkahnbesatzungen endgültig in Fetzen gehen. Zum Trost werden die
einfallsreichtsen mit einem Spanferkel belohnt. Die Verlierer und Havaristen
trifft es härter: Sie müssen vor aller Öffentlichkeit unter dem frenetischen
Beifall der Zuschauer einen halben Liter Lebertran trinken – einer der
Höhepunkte des Festes, der den Verlierer zum heimlichen Sieger macht. Und
während die Ersten das Freibier für den Festabend besorgen, müssen sich die
Letzten schon einmal Gedanken über die Ausrichtung des nächsten
Stocherkahnrennens machen. So will es die Regel. Und so bleibt sie.
Tübinger Veranstaltungskalender.
Kontakt
Bürger- und Verkehrsverein Tübingen
Barbara Honner, Tourist & Ticket-Center
An der Neckarbrücke
72072 Tübingen
Tel.: (0 70 71) 91 36-21
Fax: (0 70 71) 3
50 70
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